Galerie U21 04.02.2007 - 25.02.2007



































































Eine Videoinstallation zur Ausstellung in der Galerie U21 04.02.2007 - 25.02.2007

Orte der Stille in einer verborgenen Welt
Von Martina Kitzing-Bretz (Heilbronner Stimme 22. Feb. 2007)

Crina Fleischmann stellt in der Galerie U21 aus

Eine zugemauerte Tür, auf deren Rahmen eine Inschrift in lateinischen Lettern zum Eintreten auffordert: „Introite!". Das Ölgemälde bildet den Auftakt zu einer Reihe von Bildern einer verborgenen Welt, zu der wir keinen Zugang haben und die uns Crina Fleischmann in der Galerie U21 vor Augen führt.

Gerade mal 30 Jahre ist sie jung, die Künstlerin aus dem rumänischen Transsilvanien, die an der Staatlichen Kunstakademie in Temesvar studiert hat und nun als neues Mitglied des Künstlerbunds Heilbronn hier ihre erste Ausstellung hat.

Die zierliche Person weiß genau, was sie malen will: Orte der Stille und der Besinnung, die in unserer lauten Welt übertönt werden und im Verborgenen bleiben. „Sonntagmorgen" zeigt einen solchen Ort, einen Raum mit leerem Stuhl und Fenster, von dem aus man in die Landschaft blickt.

Realistisch gemalt, verweisen Risse im Wandputz auf Spuren menschlichen Lebens, doch mit der Abwesenheit des Bewohners, verkörpert durch die Leere des Stuhls, kehrt Ruhe ein. Zur Reihe der Orte, in denen sich reale Eindrücke von Deutschland mit fiktiven Räumlichkeiten vermischen, gehört auch ein imaginäres Frauenporträt, das halb im Verborgenen bleibt.

Der Blick auf die hell erleuchtete Gesichtshälfte lädt zum Zwiegespräch ein, zur Reflexion über Realität und Fiktion, über wirkliche und verborgene Welt. „Reflexiver Realismus" ist der Begriff, mit dem Crina Fleischmann ihre figürliche Malerei umschreibt, die in der akademischen Tradition Rumäniens wurzelt.

Die Künstlerin hat keine Scheu, sich beim Malen über die Schulter schauen zu lassen, und so hat sie in der Galerie in der Uhlandstraße ein Atelier auf Zeit eingerichtet, in dem ihr privates Inventar für eine persönliche Atmosphäre sorgen soll.

Realität und Fiktion vermischen sich somit nicht nur in ihrer Malerei, sondern für die Dauer der Ausstellung auch in der Galerie.